Die Charta von Freiburg

Der Hochleistungscomputer des Deutschen Klimarechenzentrums in Hamburg spuckt beängstigende Ergebnisse aus. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnte die globale Temperatur um bis zu vier Grad klettern, am Nordpol sogar bis zu zehn Grad. In rasanter Geschwindigkeit verschwinden riesige Eisflächen - mit dramatischen Auswirkungen für die Erde.

Das Abtauen der grönländischen Festland-Eismasse würde den Meeresspiegel um mindestens sieben Meter ansteigen lassen. Einige der größten Metropolen der Welt, wie zum Beispiel Tokio, New York, Shanghai, Sydney oder Kalkutta, aber auch Länder wie Holland oder das bevölkerungsreiche Bangladesh würden im Meer versinken.

Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Die Folge sind Überschwemmungen, Dürren, kriegerische Auseinandersetzungen.

Noch ist eine Umkehr, ein Gegensteuern möglich. Dabei sollten wir uns aber nicht auf Klimaschutzkonferenzen und ähnliches verlassen, sonst könnte es uns bald gehen, wie den Herrschaften auf der nebenan abgebildeten Karikatur von Milan Rader. Vielmehr gilt es, auch in unserem unmittelbaren Umfeld Anstrengungen zu unternehmen, Handlungsmuster zu erarbeiten. Das Büro "Rolf Disch SolarArchitektur" erarbeitet derzeit die "Charta von Freiburg" - einen ambitionierten Katalog von Zielsetzungen und Richtlinien, um auch lokal einen Beitrag zu leisten zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels.

Der Text steht in absehbarer Zeit auf dieser website zur Diskussion.


Die Grünenbewegung begann in Freiburg - Interview mit Thomas Dresel (10.40 Min.)


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Plusenergie in jede Gemeinde

Prof. Ernst Ulrich von Weizäcker

Im Jahr 2008 bekamen alle 11.000 Bürgermeister aller deutschen Städte und Gemeinden Post aus dem Hause Disch: Wo, so das Ansinnen, eine Neubausiedlung geplant werde, da könne man sie auch als zukunftsfähige Plusenergiehaus-Siedlung verwirklichen. Ein modulares und variables Hauskonzept war eigens hierfür entwickelt worden.

Über 300 Gemeinden haben Interesse bekundet, und eine ganze Reihe von Plusenergiehaus®-Siedlungen befindet sich heute in der Planung: Königsfeld, Schopfheim, Weissach, Nürnberg, Köln. Aber auch in Dänemark und Norwegen ist das Konzept auf Interesse gestoßen.

„Ist es nicht eine elektrisierende Idee, dass sich jede deutsche Gemeinde ein Beispiel einer solchen Lebensqualität zulegt?“, schreibt Ernst Ulrich von Weizsäcker, Umweltaktivist, Dekan em. der Umwelthochschule Santa Barbara, Kalifornien, und früherer Vorsitzender des Bundestags-Umweltausschusses, den Städten und Gemeinden ins Stammbuch.

Prof. Klaus Töpfer

Und Klaus Töpfer, ehemals Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), sekundiert: „Für unsere Kommunen, ganz gleich ob kleine Dörfer oder große Städte, kann diese Aktion ein wichtiges Element sein, sich ihrer weltpolitischen Verantwortung zu stellen, sich an die Spitze einer globalen Bewegung zu profilieren – und die großartigen Chancen dieser Entwicklung an sich zu ziehen und zu nutzen.“
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Energie in Bürgerhand

Eine Idee schlägt ein - Energie in Bürgerhand

Als bekannt wurde, dass der Energieversorger E.ON aus kartellrechtlichen Gründen seine Tochter Thüga veräußern musste, da saß gerade eine Gruppe von Freiburger Bürgern bei einem Gläschen Wein zusammen – darunter Rolf Disch –, die auf einer Tagung über kommunale Energieversorgung debattiert hatten. Eigentlich müsse man die Thüga mit Bürgergeld übernehmen, meinte jemand in die Runde hinein.

Keine zwei Monate später war bereits die Genossenschaft „Energie in Bürgerhand“ gegründet, die mehrere Millionen Euro eingesammelt hatte. Zusammen mit zwei Gruppen aus Stadtwerken und kommunalen Versorgern wird nun über diese milliardenschwere Übernahme verhandelt.

Je größer der Bürgeranteil, desto größer wird der Einfluss sein – für den Ausbau der regenerativen Energien, gegen Nuklearstrom, gegen einen Ausbau der Verstromung fossiler Ressourcen. Und dabei bietet „Energie in Bürgerhand“ auch noch eine sichere und einträgliche Geldanlage.

Mehr Informationen finden Sie unter: Energie in Bürgerhand

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100 Prozent GmbH

Der Klimagipfel von 2009 in Kopenhagen hat es leider einmal wieder gezeigt: Die Politik braucht viel mehr Anstöße und Unterstützung aus Wirtschaft und Gesellschaft als bisher, bevor sie in der Lage sein wird, zu Einigungen und einschneidenden Beschlüssen zu kommen.

"Nicht jammern, sondern Ärmel hochkrempeln", so Joschka Fischers Fazit in dieser Situation: "Nutzen Sie die Chance, dass politische Blockaden da sind, und zeigen Sie, wozu die Privatwirtschaft in der Lage ist."

Genau dieser Impetus steht hinter der Gründung der 100 Prozent GmbH, die Rolf Disch mit acht Mitstreitern Mitte 2009 ins Leben rief. Unternehmer der Region Freiburg aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien schließen sich zusammen, nicht allein um eine gemeinsame Lobby zu formieren, nicht allein um zusammen mit der Politik Investitionshemmnisse abzubauen, nicht allein um Öffentlichkeit zu schaffen für den Klimaschutz.

Sondern es sollen auch ganz konkrete Projekte angestoßen werden, die von den Mitgliedsfirmen ausgeführt werden. Solche Projekte zumal, bei denen die Kompetenzen der Region gebündelt werden – Berater, Planer, Finanzierer, Versorger, ausführende Unternehmen.

Es geht um mehrere 100 Millionen Euro an möglichen Investitionen in der Region. Es geht um ein Umlenken der Kapitalströme. Es geht um den Ausbau einer Wachstumsbranche, mit Arbeitsplatzchancen, mit Gewinn- und Beteiligungsmöglichkeiten für viele Bürger. Und vor allem geht es um die Vollversorgung der Region mit Erneuerbaren Energien binnen einer Generation.

Mehr Informationen finden Sie unter:

100 Prozent GmbH - Wirtschaftsverband Erneuerbare Energien Regio Freiburg